Was ist ein Otabdruck und warum ist er für die Hörgeräteanpassung so entscheidend?
- 7. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Einleitung – Die Grundlage jedes individuellen Hörgeräts

Für jeden Hörakustiker ist der Otabdruck der entscheidende Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Hörgeräteanpassung. Er ist nicht nur eine „Abformung“ des Ohres, sondern ein 3D-anatomischer Bauplan, der die akustische Leistung, den physischen Komfort und die langfristige Tragbarkeit bestimmt.
Ein ungenauer oder unsachgemäß behandelter Abdruck führt direkt zu einer fehlgeschlagenen Anpassung: Rückkopplung (Pfeifen), Unbehagen, Verrutschen und kostspielige Nachfertigungen.
3DIFY (eine Tochtergesellschaft der Jumyida Technology, gegründet 2015) stellt den Otabdruck-Scanner JME3 her – ein spezielles Gerät zur sofortigen Digitalisierung des physischen Abdrucks nach der Abnahme. Der JME3 ersetzt nicht die klinische Abnahme des Abdrucks, sondern bewahrt dessen Maßhaltigkeit, indem er Transportverformungen und Lagerungsschrumpfung eliminiert.
Dieser Artikel erklärt genau, was ein Otabdruck ist, warum seine Geometrie so wichtig ist und wie die moderne Digitalisierung seine kritischen Daten schützt.
Was genau ist ein Otabdruck?
Ein Otabdruck ist eine negative oder positive Nachbildung des äußeren Gehörgangs und der Ohrmuschelkoncha des Patienten, hergestellt aus einem biokompatiblen, viskosen Material, das innerhalb weniger Minuten aushärtet.
Häufig verwendete Materialien
Silikonbasierte Materialien – Bevorzugt wegen ihrer Dimensionsstabilität, geringen Schrumpfung (<1 %) und Reißfestigkeit. Sie sind der Industriestandard für hochpräzise Individualschalen.
Alginat (Hydrokolloid) – Wird heute wegen der höheren Schrumpfung durch Wasserverlust seltener verwendet, aber aufgrund seiner Kosteneffizienz noch in einigen Kliniken eingesetzt.
Erfasste anatomische Strukturen
Ein vollständiger Otabdruck muss drei kritische Bereiche erfassen:
Der Gehörgang (äußerer Gehörgang) – Einschließlich des knöchernen Teils (zweite Biegung), der den Halt bietet.
Die Concha (Ohrmuschelhöhle) – Die schalenförmige Höhle, die den Hörgerätekörper verankert.
Tragus und Antitragus – Die knorpeligen Leisten, die die Schale fixieren und ein Verdrehen verhindern.
Die klinische Standardprozedur – Ein kurzer Überblick
Otoskopische Untersuchung – Der Kliniker überprüft den Gehörgang auf Zerumenverstopfungen, Entzündungen oder Perforationen.
Obturation (falls erforderlich) – Ein kleiner Schaumstoff- oder Watteblock wird tief im knöchernen Gehörgang platziert, um das Trommelfell zu schützen.
Materialinjektion – Das gemischte Silikon/Alginat wird langsam mit einer Spritze injiziert und füllt den Gehörgang und die Concha.
Aushärtung und Entnahme – Nach 3–7 Minuten (je nach Material) wird der ausgehärtete Abdruck vorsichtig herausgezogen.
Inspektion – Der Kliniker prüft den physischen Abdruck auf Risse, Blasen oder unvollständige Geometrie.
Warum ist der Otabdruck so wichtig für den Anpassungserfolg?
Kritischer Faktor | Warum er vom Abdruck abhängt | Folge eines schlechten Abdrucks |
Akustische Abdichtung / Okklusion | Eine perfekte Abdichtung verhindert, dass verstärkter Schall entweicht und Rückkopplung (Pfeifen) verursacht. Der Abdruck erfasst die genaue Kanalform, die für den vollständigen Verschluss des Ohres erforderlich ist. | Rückkopplung/Pfeifen; reduzierte Verstärkung; Patient lehnt das Gerät ab. |
Mechanischer Halt | Das Hörgerät muss bei Kieferbewegungen (Sprechen, Kauen) an Ort und Stelle bleiben. Der Abdruck erfasst die Hinterschneidungen der „zweiten Biegung“, die die Schale mechanisch verriegeln. | Das Gerät fällt leicht heraus; erfordert ständige Anpassungen oder Halteringe. |
Patientenkomfort | Die Schale muss den Druck gleichmäßig auf die knorpeligen Bereiche verteilen. Ein genauer Abdruck gewährleistet null Druckstellen. | Schmerzen, Reizungen oder Entzündungen nach kurzer Tragezeit. |
Akustische Richtwirkung | Der Abdruck bestimmt die genaue Position des Schallausgangs relativ zum Trommelfell, was den Hochtonverstärkung und die Schalllokalisation beeinflusst. | Schlechte Sprachverständlichkeit in lauten Umgebungen. |
Die „Ein-Chance“-Realität
Im Gegensatz zu Zahnkronen, die am Stuhl angepasst werden können, wird die Hörgeräteschale ausschließlich im Labor auf der Grundlage dieses einzigen physischen Abdrucks gefertigt. Wenn der Abdruck fehlerhaft ist, muss der gesamte 2- bis 3-wöchige Fertigungszyklus wiederholt werden.
Die physischen Herausforderungen – Warum traditionelle Abdrücke scheitern
Selbst ein perfekt genommener Abdruck ist nach dem Verlassen des Ohres Risiken ausgesetzt:
Transportschäden – Der empfindliche Tragus oder die Kanalspitze kann während des Postversands brechen.
Materials chrumpfung – Alginat schrumpft beim Trocknen; Silikon kann innerhalb von 24–48 Stunden dimensionale Veränderungen aufweisen.
Handhabungsabrieb – Wiederholte Handhabung im Labor reibt feine Oberflächendetails und Hinterschneidungen ab.
Diese Probleme gefährden genau die oben aufgeführten kritischen Faktoren – Abdichtung, Halt und Komfort.
Die digitale Lösung JME3 – Scannen des physischen Abdrucks
Wichtige Klarstellung: Der JME3 scannt NICHT direkt das Ohr des Patienten. Er ist ein spezieller Otabdruck-Scanner, der den physischen Silikon-/Alginatabdruck nach seiner sicheren Entnahme aus dem Ohr digitalisiert.
Durch die Integration des JME3 in Ihren Workflow können Sie:
Sofort digitalisieren – Scannen Sie den Abdruck innerhalb weniger Minuten nach der Entnahme, während sich der Patient noch in der Klinik befindet.
Qualitätskontrolle vor dem Versand durchführen – Nutzen Sie den hochauflösenden Scan, um Blasen, Risse oder eine unvollständige Erfassung des Kanals zu überprüfen. Bei Fehlern können Sie den Abdruck erneut nehmen, bevor der Patient die Klinik verlässt.
Versand- und Schrumpfungsrisiken eliminieren – Senden Sie die sterile, unveränderliche STL/PLY-Digitaldatei an das Labor, nicht den zerbrechlichen physischen Abdruck.
JME3-Slogan: Schnell, genau, gleichbleibend hochwertige Scans – einfach mit einem Klick.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F1: Ersetzt der JME3-Scanner die Abnahme des Otabdrucks?
A1: Nein. Der JME3 ist ein Otabdruck-Scanner, kein klinisches Abnahmegerät. Er digitalisiert den physischen Abdruck nach der Abnahme. Die klinische Prozedur des Injizierens von Material ins Ohr bleibt unverändert.
F2: Scannt der JME3 direkt im Gehörgang des Patienten?
A2: Absolut nicht. Der JME3 scannt den physischen Abdruck (den ausgehärteten Silikon-/Alginatblock), der bereits aus dem Ohr entfernt wurde. Der Patient ist beim Scan nicht anwesend.
F3: Warum ist die Digitalisierung des Abdrucks besser als der Versand des physischen Abdrucks?
A3: Physische Abdrücke können während des Transports und der Handhabung brechen, schrumpfen oder abgerieben werden. Eine digitale Datei bewahrt die in der Klinik aufgenommene exakte Geometrie dauerhaft und stellt sicher, dass das Labor fehlerfreie Daten ohne Transportverzögerungen erhält.
F4: Welche Dateiformate exportiert der JME3 für das Hörgerätelabor?
A4: Der JME3 exportiert die Standardformate STL und PLY, die von allen gängigen Hörgeräte-CAD/CAM-Plattformen universell akzeptiert werden.
Fazit – Der Abdruck ist der Bauplan; die Digitalisierung bewahrt ihn
Der Otabdruck ist der fundamentale Bauplan für jedes individuelle Hörgerät. Seine Geometrie bestimmt die akustische Abdichtung, den mechanischen Halt und den Patientenkomfort. Der physische Abdruck ist jedoch zerbrechlich und nach der Entnahme anfällig für Verschlechterungen.
Der 3DIFY JME3 Otabdruck-Scanner verändert nicht, wie Sie Abdrücke nehmen – er verändert, wie Sie sie schützen. Durch die sofortige Digitalisierung des physischen Abdrucks frieren Sie dessen kritische Maße ein, führen eine sofortige Qualitätskontrolle durch und senden unveränderliche Daten an das Labor.
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